Kreuzkirche

01.03.2013 Seite drucken

Sehenswerte Architektur

Westturm, Querhaus und Chor der evangelischen Kreuzkirche sind weithin sichtbar und prägen neben dem Schlossensemble den historischen Ortskern Königs Wusterhausens.


Vor etwas mehr als 300 Jahren stand hier noch eine Holzkirche. 1693 ließ Kurfürst Friedrich III. sie abreißen, weil sie baufällig geworden war. Der spätere Preußenkönig befahl den Bau einer größeren Kirche, die 1697 vom Hofprediger Christoph Schumacher eingeweiht wurde. Es war ein Saalbau mit einem kleinen hölzernen Westturm. Friedrich III. stiftete zur Einweihung eine Bronzeglocke und 1704 eine Orgel.


1745 bekam die Kirche den Altartisch und eine inzwischen verschollene Kanzel. Sie waren aus vergoldeter Eiche und stammten aus der Werkstatt des am königlichen Hof tätigen Bildhauers Charles King. Ehe sie nach Königs Wusterhausen kamen, gehörten sie zur Schlosskapelle Oranienburg.


1822 entstand dann nach einem Entwurf von Johann Albert Eytelwein der achteckige Westturm im neuromanischen Stil. Die Fenster des Kirchenschiffes wurden erneuert und mit einem Rundbogen versehen. Hinzu kamen eine Empore und eine neue Kanzel. Da die Gemeinde ständig wuchs, erfolgte 1889 ein erneuter Umbau. Durch den Bau des Querhauses nach Nord und Süd und des vieleckigen Chores im Osten erhielt die Kirche ihre heutige Kreuzform.

Die Orgel

Friedrich I. stiftete zwischen 1704 und 1706 die erste und von Orgelbaumeister Quise gebaute Orgel. Aus dieser Zeit stammt der noch heute existierende Orgelprospekt (Orgelfassade). 1912 wird der Berliner Orgelbaumeister Dinse mit einem Orgelneubau beauftragt. Die neue Orgel wurde in das alte Prospekt eingebaut und der Zeit entsprechend mit einer pneumatischen Traktur versehen.

Eine erste Generalüberholung der Orgel wurde 1931 durchgeführt. Wenig später, in den dreißiger Jahren, wurden am ursprünglich sehr weichen, romantisch geprägten Klang der Orgel erhebliche Veränderungen vorgenommen. Der Klangcharakter passte nicht mehr in die Zeit. Durch die Umbauten ging zwar der romantische Klang der Orgel verloren, ein einheitliches Klangkonzept wurde aber ebenso nicht erreicht.

Die Orgel wurde 1956 erneut überholt. Die hierbei abermals vorgenommenen klanglichen Veränderungen brachten aber auch nicht den gewünschten Erfolg.

Mehr als zwei Jahrzehnte lang spendeten die Mitglieder der Kirchengemeinde und viele Bürger und Bürgerinnen der Stadt und des Umlandes für den Bau einer neuen Orgel. Im Jahr 2010 ging der Traum in Erfüllung: Die neue Orgel wurde mit einem Festgottesdienst eingeweiht.

Die Orgel wurde nach jahrelanger Planung und fast dreijähriger Bauzeit von der renommierten ostfriesischen Firma Ahrend gebaut. Das Instrument im barocken Stil, ist in Ostdeutschland einzigartig.